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Schuhmacher Martin Mitterer aus Tegernsee wünscht sich mehr Interesse von Jugendlichen. © Thomas Plettenberg

Holzkirchen – Feintäschner, Schuhmacher, Dirndlschneider, Lederhosensäckler: 26 traditionelle Handwerker stellten am Wochenende ihre Kunst im Holzkirchner Oberbräu-Festsaal aus. Über 3000 Besucher waren zu dem Markt des Vereins Faszination Handwerk gekommen.

Viele junge Menschen wissen heutzutage gar nicht mehr, was ein Lederhosensäckler macht, oder wie ein Handglasmaler arbeitet. Umso wichtiger sei es, beim Nachwuchs die Lust am traditionellen Handwerk zu wecken, findet Christine Falken, Erste Vorsitzende des Vereins Faszination Handwerk. Ihr Verein, den es seit 16 Jahren gibt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, althergebrachte Handwerkstechniken zu erhalten und zu fördern. Mehr als 80 Traditions-Handwerker haben sich unter seinem Dach zusammengeschlossen.

Zweimal jährlich, einmal zu Leonhardi im November und einmal zu Lichtmess Anfang Februar, lädt der Verein zu einem großen Markt ein. Dieses Mal ging es nach Holzkirchen, wo 26 Aussteller ihre Kunst im Oberbräu-Festsaal präsentierten. Die Besucher waren genau nach Falkens Geschmack: „Viele Jugendliche sind hier, die sich über die verschiedenen Berufe informieren möchten“, meinte sie.

Einer der Aussteller war Leonhard Rau aus Osterwarngau. Er ist Feintäschner und arbeitet mit namhaften Firmen wie Cartier, Bally und Bottega. Er übernimmt Reparaturarbeiten und fertigt individuelle Taschen und Gürtel für seine Kunden an. Er verwendet Straußen-, Wasserbüffel-, Rinds- und sogar Elefantenleder. „Diese Messe ist sehr gut, weil hier nur Handwerker anzutreffen sind, die ihr Handwerk verstehen, also keine Bastler“, meinte Rau.

Schuhmacher Martin Mitterer aus Tegernsee hat sich von seinem Vater und Großvater viel beibringen lassen. Ganz nach alter Tradition. Auch die Anfertigung alter Haferlschuhe. „Ich bin Schuhmacher-Meister, aber wie man diese Schuhe fertigt, hat mir mein Vater beigebracht, das lernt man auf keiner Schule, weil es die seit vielen Jahren so schon nicht mehr gibt“, erklärte er. Sein Großvater stellte bereits Haferlschuhe und Jagdstiefel für die Herzöge her. Sein Geschäft gibt es seit 1931.

Er würde sich mehr Interesse von Jugendlichen wünschen. „Der Beruf ist vielseitig, wir fertigen vom Anzugschuh bis zum Flip-Flop alles maßgenau für unsere Kunden an. Eine kreative Tätigkeit“, schwärmte Mitterer. Er ist auch Zweiter Vorsitzender des organisierenden Vereins und freute sich über die vielen neuen Kontakte, die er auf der Messe knüpfte. „Es ist schön zu sehen, wie hoch das Interesse an unserer Tätigkeit ist“, meinte er. „Die Menschen legen wieder mehr Wert auf hohe Qualität.“

Die rund 3000 Besucher nahmen sich viel Zeit, schauten den Handwerkern über die Schulter, ließen sich über die jeweilige Zunft informieren. „Eine wunderschöne Messe, hoffentlich stirbt dieses Handwerk nicht aus“, sagte Besucher Nic Schröder aus München.

Von Kathrin Suda

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